Lebendig, Leben, Lernen

2022 8 klassspiel

Bericht zum Theaterstück der 8. Klasse

Passend zu dieser märchenhaften Komödie beginnt die Aufführung von Ödön von Horvaths 1934 geschriebenem „Himmelwärts“ mit beschwingten Tönen des Klassenorchesters, wobei besonders das Akkordeon direkt richtig gute Laune macht.

Diese 8. Klasse geht mit enormer Energie und grandiosen Kostümen auf die Bühne, und das Publikum fühlt sich sofort herzlich willkommen bei St. Petrus im Himmel. „Haben Sie ein angenehmes Sterben gehabt?“. Nun, das sieht Fußballspieler Peter erstmal nicht so, außerdem ist es ihm ein Bedürfnis zu erzählen, wie er gestorben ist, aber bevor das Publikum es erfahren könnte, erkennt Peter die himmlischen Vorzüge, nämlich, dass er ja jetzt „im Fliegen Fußball spielen kann.“ Und damit ist er weg, taucht aber als herrlicher Running Gag immer mal wieder auf.

Im Mittelpunkt der von Marcus Lachmann und Melanie Monyer inszenierten Komödie steht Familie Steinthaler. Mutter Steinthaler ist im Himmel und versucht von dort aus, die Geschicke ihres geliebten Kindes weiterhin zu lenken, „Für ein Mutterherz ist es auch im Himmel nicht so einfach.“ Frau Steinthaler ist davon überzeugt, dass ihre Tochter Luise eine einzigartige, aber leider bisher unentdeckte Stimme hat. Dass Luise es bislang noch nicht einmal geschafft hat, vorzusingen, besorgt die Mutter, die um himmlische Hilfe bittet, aus dem Mädchen einen Weltstar zu machen. Doch der Himmel ist in diesem Fall nicht sonderlich „auf Zack“ und erinnert damit ein wenig an die gebremste Schnelligkeit einer Behörde.

Ganz anders einige Etagen tiefer – mit Trommeln und Rasseln geht’s in die Hölle. Ein herrliches Höllenintro, das jede Höllenszene von nun an einleitet, oder besser gesagt die Höllenshow, denn da unten liebt man offensichtlich das Spektakel. Ein grandios gespielter Teufel lässt seine Schergen und Verdammten tanzen und das mit viel Selbstironie, „Das hält ja beim Teufel kein Teufel aus! Zum Teufel!“. Der lässige Vizeteufel wird sofort zum Mädchenschwarm im Publikum und die höllische Sekretärin Sabine ist einfach großartig. Und wenn der Klassenchor singt:

„Schöne Grüße aus der Hölle, hier geht es ab, Ihr glaubt es kaum!“, kann man als Zuschauer nur zustimmen.

Man hat sofort Lust, bei so einer Höllenparty dabei zu sein, auch wenn die historisch beeindruckende Niedertracht dort schmort und jammert und weg will, so wie Herr Steinthaler, der eben falls in der Hölle weilt.

Bei so viel Himmel und Hölle sei die Erde aber nicht vergessen, auf der Luise Steinthaler auf ihre Chance wartet, genau wie der herrlich mit sich und dem Leben hadernde Regieassistent Lauterbach, noch so ein verkanntes Talent. Wie schaffen das nur all die anderen, ihre Karriere zu machen? Ganz einfach, mit teuflisch guter Unterstützung, so wie die imposante Theaterdirektorin, die ihr Leben verlängert, indem sie Luises Seele dem Teufel verspricht. Und wirklich, kaum ist der Vertrag mit dem Teufel unterzeichnet, bekommt die junge Sängerin ihre Chance, wird ein Weltstar, und ihre Mutter im Himmel wird ihr größter Fan. Dort, im Himmel, geht’s gemütlich weiter, wobei ein sehr amüsanter Ghandi sich einen herrlichen Schlagabtausch mit Mutter Teresa liefert und mit seinen Weisheiten, „Freiheit ist nichts wert, wenn sie nicht das Recht einschließt zu irren.“ durchaus auch für nachdenkliche Momente sorgt.

Unterdessen geht es in der Hölle mit viel Energie laut und bunt zur Sache – und man fragt sich, wer die Guten und wer die Bösen sind?

Für das Publikum ist es überaus gut, während der Szenen immer wieder wunderbare Live  von dieser tollen Klasse zu hören zu bekommen, ob „Katjuscha“, „Bella Ciao“, Motive aus dem „Herrn der Ringe“ und aus „Frozen“.

Aber schon bald macht Sängerin Luise ihre Gesangskarriere sehr unglücklich und dank eines amüsanten Fehlers des Vizeteufels, kann sie den Pakt mit dem Teufel auflösen, der als gefallener Engel ja auch das Gute in sich trägt. Luises Vater darf auch die Hölle verlassen und kommt in den Himmel zu seiner Frau, wobei sich die Wiedersehensfreude bei diesem offenbar „entliebten“ Ehepaar schwer in Grenzen hält.

Regieassistent Lauterbach, der für die Hölle zu gut und für den Himmel zu schlecht ist, bekommt noch eine Zusatzrunde auf Erden und begegnet Luise, die Talent und Karriere verloren hat und nun ihr kleines privates Glück sucht.

Und vielleicht ist es das ja? Das Wunder des kleinen Glücks mit sich selbst, mit Familie und mit Freunden. „Ruhe! Es gibt keine Wunder!“, so der Teufel. Wirklich nicht? Mhmm? Wer weiß das schon.

Sicher ist aber, es gibt eine großartige 8. Klasse, die uns mit ihrem Theaterstück höllisch amüsiert und himmlisch bezaubert hat. Ganz herzlichen Dank dafür!

Mandy Cankaya Pressearbeit FWS

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