Lebendig, Leben, Lernen

 

Die in der Aula gestellten 150 Stühle reichten nicht aus, sodass zusätzliche Stühle geholt werden mussten, bevor Johannes Greiner mit seinem Vortrag beginnen konnte. Die beiden einfühlsam gespielten Klavierstücke, mit denen er seinen inspirierenden Beitrag umrahmte, gaben dem Abend einen künstlerischen Duktus. Doch auch mit seinen ganz aus eigenem inneren Erleben gespeisten Darstellungen gelang es ihm immer wieder, die Herzen der ZuhörerInnen zu berühren.

Johannes Greiner schilderte dabei, dass wir uns als Menschheit jetzt auf einem Weg „vom Festland auf´s offene Meer“ befänden. Da alte Ordnungen und Sicherheiten keinen Halt mehr gäben, könne der dadurch ermöglichte Freiraum sogar als beängstigend erlebt werden. Rückwärts gewandte Fluchtbewegungen in eigentlich bereits überholte Lebensmuster und Formen seien so erklärbar.

Neue Orientierung für tragfähige Alternativen könnte von wirklich authentisch lebenden Menschen kommen, die, gleich Sterne am Himmel, Navigationshilfen sein würden – vor allem für die Kinder und Jugendlichen.

Was wirklich authentisch ist, können die Orientierung Suchenden aufgrund ihrer veränderten Konstitution zumeist genau spüren. Denn dadurch, dass sich in der heutigen Zeit die sich verkörpernden Geistseelen der Kinder und Jugendlichen immer weniger vollständig in ihre Erdenleiber inkarnieren können, sind sie offen für übersensible, hellfühlende, ja sogar hellsichtige Wahrnehmungen. Und deshalb können sie auch das Innere des anderen Menschen im Hinblick auf die Wahrhaftigkeit seiner Äußerungen durchschauen.

Umgekehrt kann den Orientierung Suchenden durch uns direkte Hilfe zukommen, wenn wir versuchen, sie so zu sehen, wie sie wirklich in ihrem tiefsten Inneren sind. Von anderen mit seinen innersten Anliegen „gesehen“ zu werden, sei die größte Sehnsucht des heutigen Menschen.

Durch die sogenannten sozialen Medien würde diese zwar aufgegriffen – aber nicht tiefgreifend befriedigt. Die nur die Oberflächlichkeit berührende Scheinbefriedigung kann dann zu einem „immer mehr“ bis hin zum Süchtigwerden führen.

Auch an anderen Beispielen wie Computerspielen wurde aufgezeigt, wie die Medien zwar einerseits reale Bedürfnisse und Sehnsüchte aufgreifen, dass die scheinbar leicht umzusetzenden Lösungen aber zumeist nur zu einer weiteren Schwächung führten. Als besondere Form wurde dabei die Willensschwäche genannt – als Folge der Tatsache, dass schon per Knopfdruck oder Mausklick eigene Bedürfnisse realisiert werden könnten. Demgegenüber entstehe wirklicher „Gewinn“ erst dann, wenn man sich selbst anstrenge.

Dass es dabei nicht um eine grundsätzliche Kritik der Mediennutzung geht, wurde an einigen Beispielen verdeutlicht. Wichtiger sei aber, gerade im Hinblick auf eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen darauf hinzuschauen, wie deren Inneres so gestärkt werden könne, dass sie den nicht mehr umkehrbaren Schritt „vom Festland auf´s offene Meer“ möglichst gut meistern können.

Mit einer Fragenbeantwortung endete der Abend. Deutlich war aber: Jetzt gilt es, die angeregten Gesichtspunkte zu vertiefen und miteinander auszutauschen, um zum Beispiel im Rahmen von Elternabenden konkret nach fruchtbaren Handlungsalternativen zu suchen.

Peter Schamberger

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