Lebendig, Leben, Lernen

Am vergangenen Freitag, 18.01.2019, eröffnete Herr Wiedmann die Vorträge zu den Biografiearbeiten seiner 8. Klasse. Er sprach davon, dass die Jugendlichen am Ende ihres zweiten Lebensjahrsiebt immer mehr nach Vorbildern außerhalb des Elternhauses und außerhalb der Schule suchen. Sie wenden ihren Blick nach draußen.

mittwochsbrief 23Genau hier setzt die Biografiearbeit an. Jede 8 .Klasse beschäftigt sich ein gutes halbes Jahr mit Persönlichkeiten, die die Schüler sich ganz individuell aussuchen. Dass der Vortrag, vor über 70 Leuten, für viele SchülerInnen der schwierigste Teil sei, glaubten wir Herrn Wiedmann sofort.

So unterschiedlich die Persönlichkeiten in den Vorträgen sind, gibt es eine häufig wiederkehrende Gemeinsamkeit, die die 8.Klässler auch immer wieder betonen, nämlich dass sich diese Menschen ihren Weg schwer erkämpft haben.
Genau wie Johannes Greiner es in seinem Vortrag am 21.01.2019 bestätigt hat – die Jugendlichen interessiert, „Wie gehst Du mit deinen Wunden um? Wie kämpfst Du?“. Auch die jungen RednerInnen hatten zu kämpfen, hauptsächlich mit ihrer Nervosität. Und es war so bewegend, mitzuerleben, wie sie es alle gemeistert haben, selbst wenn schon Tränen flossen, den Weg zurück zu ihrem Vortrag zu finden, bis zum Applaus, der bei allen Zuhörern stets von Herzen kam.

„Bleibt nach dem Vortrag am Pult! Wartet darauf, dass das Adrenalin nachlässt und genießt dann Euren Applaus!“, so Herr Wiedmann zu seiner Klasse. Und den strahlenden Gesichtern war anzusehen, dass sie es alle genossen.

Die Ausstellung rund um die vorgestellten Frauenrechtler, Musiker, Modemacher, Freiheitskämpfer, Wissenschaftler, Sportler, Dichter, Erfinder, großen Geister und Pioniere ihrer Zeiten – darunter viele mutige und beeindruckende Frauen – war wieder großartig. Es gab exzellent gezeichnete Portraits, nachgebaute Experimente, wunderbare Plastiken und faszinierende Modelle oder auch fantasievoll gebackene Zauberei zu bestaunen. Von letzterer wünschte man sich, sie könnte unsere zugemüllten Ozeane wieder sauber zaubern. Die beiden Aquarien zu dieser Problematik haben aber klar gemacht, dass wir selbst handeln müssen. Und natürlich haben wir wieder so viel dazu gelernt, also ich jedenfalls. Zum Beispiel wie groß der Schritt auf den Mond für Neil Armstrong tatsächlich war, hat er doch seine mit nur zwei Jahren verstorbene Tochter dort nochmals ganz persönlich zu Grabe getragen und ihr Armband niedergelegt. Oder dass Kaiserin Sissi eine Anker auf ihrem Oberarm tätowiert hatte, als Zeichen ihrer Reisefreude. Und welch Wink des Schicksals, dass Nelsons Mandelas Geburtsname „Rolihlahla“ übersetzt „Unruhestifter“ lautetet! Oder wie zutiefst menschlich, dass Beethoven eine Gelegenheit für Unterricht bei Mozart schwänzte, um bei der Beerdigung seiner Mutter zu sein! Und wer wusste, dass der große Gangster-Rapper Tupac in seiner Schulzeit zwei Jahre Ballett getanzt hat, und dass Joanne Rowling es von der Außenseiterin bis in die Top 10 der meistverkauften Bücher der Welt geschafft hat, und das mit einem Kinderbuch?!

In jedem Vortrag konnte man genau solche Momente erleben, die staunen ließen, ermutigten, berührten, inspirierten oder begeisterten. Vielen Dank allen Schülerinnen und Schülern, dass wir diesen intensiven Blick nach draußen mit Euch teilen durften!

Mandy Cankaya

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